Nora und Nick wehren sich gegen trans-Hass im Netz!

Liebe Inklusoren*Innen,

sogar von einer „Nora-Debatte“ ist die Rede im Netz: Schachspielerin Nora Heidemann aus Spenge hat kürzlich als erste trans-Frau in der Altersklasse U18 den deutschen Einzel-Meistertitel gewonnen. Dies löste eine Debatte über trans-Frauen im Frauenschach aus – und jede Menge mediale Aufmerksamkeit. „Ich habe mich bei meinen Gegnerinnen sehr viel wohler gefühlt als bei früheren Turnieren unter Männern, und ich habe einen sehr großen Anstieg meiner Spielstärke erlebt“: Bei den Deutschen Jugend- Die 17-Jährige holte 7,5 Punkte aus neun Partien und setzte sich gegen 27 Konkurrentinnen durch – obwohl sie nicht zum Favoritenkreis zählte. Ob mediale Aufmerksamkeit oder solche von rechten Parteien: U18-Meisterin Nora Heidemann, die seit ihrem siebten Lebensjahr Schach spielt und sich im letzten Jahr als trans outete, sieht sich aktuell zahlreichen Anfeindungen im Netz ausgesetzt. Dazu kommt: Schon während des Turniers musste sie teils ablehnende, teils stark beleidigende Kommentare bei Instagram, Facebook und Co. über sich ergehen lassen. Mit Nora Heidemann hat zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Schachjugendmeisterschaften ein trans-Mädchen eine Meisterschaft gewonnen: „Und das, obwohl ich weit hinter den Favoritinnen des Turniers gesetzt worden war“, sagt sie stolz. Und doch bleibt für Nora nach dem Wettbewerb ein bitterer Nachgeschmack. Der Grund: Nadja Jussupow, die Vorsitzende der deutschen Frauenschachkommission, äußerte sich jüngst in einem „Welt“-Interview negativ über die Entscheidung der Deutschen Schachjugend (DSJ), sie überhaupt zuzulassen. „Und das, obwohl die Freiplatzverteilung ausschließlich aufgrund von Leistung erfolgte, wie der DSJ immer wieder klarstellte“, so Noras Mutter. Doch damit nicht genug: Jussupow will, dass nur trans-Frauen, die sich bereits einer Geschlechtsangleichung unterzogen haben, bei Frauen-Turnieren teilnehmen dürfen. Sie fürchtet, dass sonst viele Jungen und Männern strategisch beim Mädchen- und Frauenschachsport teilnehmen würden. „Das ist einfach nur lächerlich“, findet Gewinnerin Nora. „Mein Coming-out im letzten Jahr war ein Befreiungsschlag.“ Ihre Mutter stellt zudem klar, dass mit der Namens- und Geschlechtsänderung sehr viel mehr verbunden ist: „Ich möchte den 13- bis 18-jährigen cis-Jungen sehen, der sich in der Schule von Mitschülerinnen und Mitschülern sowie Lehrkräften mit einem weiblichen Vornamen anreden lässt, die Mädchentoilette und Damenumkleide benutzt und dies mit Stolz und Handtasche schafft.“ Als cis bezeichnet man Menschen, die sich mit ihrem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Prominente Unterstützung erhält Jussupow laut Sylvia Heidemann derweil von Elisabeth Pähtz: Die langjährige Nationalspielerin und Großmeisterin fordert eine fundierte wissenschaftliche Untersuchung zu der Frage, ob es nachweisbare Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern im Denksport Schach gibt. Wie schwierig es sein kann Anerkennung und Verständnis zu erhalten zeigt auch das Beispiel in unserem Video sehr deutlich. Der 20-jährige Nick aus Bohmte macht eine Geschlechtsangleichung. Als Trans-Mann hat er es nicht leicht im Dorf. Seine Hilfe ist Instagram (https://www.noz.de/lokales/bohmte/artikel/trans-mann-aus-bohmte-ueber-geschlechtsangleichung-und-outing-44784398). Für die neue deutsche U18-Schachmeisterin Nora und ihre Mutter Sylvia Heidemann stellt sich nach dem überraschenden Sieg die Frage, ob nicht vor allem verletzte Eitelkeiten eine Rolle spielen und auch, ob es die Diskussion überhaupt gegeben hätte, wenn die 17-Jährige nur den zu erwarten gewesenen Rang erreicht und nicht gewonnen hätte. Auch wenn sich die Frage nach dem Grund für die Diskussion um ihre Person nicht abschließend klären lässt, wird Nora ihren sportlichen Weg unbeirrt weitergehen: „Ich werde an den Europameisterschaften im Oktober in Montenegro teilnehmen und im kommenden Jahr meinen Titel verteidigen“, gibt sich die junge Spengerin selbstbewusst. Außerdem hat sie einen großen Wunsch: „Dass die Verantwortlichen die Regeln im Schach an das 21. Jahrhundert anpassen.“ Also, IHR SEID DRAN.

Und wie immer: Wenn euch der eine oder andere Film/Blog gefällt, besucht doch meine Blog-Seite www.inklusions-tv.de, abonniert meinen youtube.com/@inklusions-tv oder drückt mir bei TikTok https://www.tiktok.com/@inklusionstv einen Daumen nach oben.

©Goldi

P.S.: Vielen, lieben Dank auch an https://www.youtube.com/@PerlenvomBodensee und https://www.youtube.com/@LandesschauRP für die Videos.

#inklusions-tv, #integration; #inklusion, #trans