Wir sind bessere Inklusoren als gedacht, denn was gelingt, bleibt oft unsichtbar!

Liebe Inklusoren*Innen,

Sarah Pomame N’Sabaka ist #Politik-Studentin in Bonn, ihre Familie stammt aus dem Kongo. „Ich spreche als Deutsche mit Migrationshintergrund und dass es #Debatten darüber gibt, ob Menschen wie ich dazugehören, ist sehr besorgniserregend“, sagt die junge Politikwissenschaftlerin. Allerdings ist das Bild im Großen und Ganzen auch besser als gedacht. Selbstverständlich wird in Schulen und auch an Arbeitsplätzen, in Arztpraxen sowie auf Ämtern diskriminiert. Wer das in Abrede stellt, würde eine beschönigende Geschichte erzählen, ebenso übrigens, wenn man behaupten würde, es gebe überhaupt keine kulturellen Gründe für mangelnde Integration und zu starke Segregation. Aber man unterschätzt die Instanzen der Gesellschaft, wenn man das für die ganze Geschichte hielte. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Andockstellen für Flüchtlinge. Eine inklusionstheoretische Studie“ untersucht Institutionen in ihrem Umgang mit geflüchteten Personen. Das zentrale Interesse des Projekts liegt nicht in der konkreten Lebenslage der Geflüchteten. Stattdessen soll genauer untersucht werden, wie gesellschaftliche Instanzen Flüchtlinge ‚verarbeiten‘, etwa in den Bereichen Gesundheitswesen, Schule und Bildungsstätten, an Arbeitsplätzen, in Ämtern und an Theatern. Wie muss man sich diesen Wandel vorstellen? Wann sind Flüchtlinge keine Flüchtlinge mehr? Erste Ergebnisse des noch laufenden Projekts zeigen: Die Integrationsleistung über die gesellschaftlichen Andockstellen (entscheidend für gelungene Integration sind die Stellen, wo Neuankömmlinge und Mehrheitsgesellschaft auf unterschiedlichste Weise in Berührung kommen, in der Studie Andockstellen genannt) ist beeindruckend. Was wir an allen Andockstellen beobachten konnten, sind Formen von organisatorischer Kreativität und der Nutzung von entsprechenden Spielräumen, die auch zum Erfolg führen. Interessanterweise läuft die gesamtgesellschaftliche Migrations- und Integrationsdebatte aber ganz anders. Die erfolgreiche Inklusion in Andockstellen wird dort kaum oder gar nicht wahrgenommen und damit auch nicht, wie sehr Migranten – immer auch begleitet durch gut organisierte Hilfe – von den Instanzen der Gesellschaft in Anspruch genommen werden. Die Migrationsdebatte sieht nur das, was sichtbar ist – man könnte sagen: kulturelle Unterschiede auf der Straße. Wer der muslimischen Frau mit Kopftuch frühmorgens in der U-Bahn begegnet, denkt typischerweise nicht daran, dass sie gerade zu einem Arbeitsplatz geht, an dem das Kopftuch nicht mehr im Vordergrund steht. Kurzum, wer nur Probleme sieht, sieht nur Probleme: In der Aufregung über Migration und Integration bemerkt Deutschland nicht, was es gerade leistet – und an welchen Stellen.

Und wie immer: Wenn euch der eine oder andere Film/Blog gefällt, besucht doch meine Blog-Seite www.inklusions-tv.de, abonniert meinen youtube.com/@inklusions-tv oder drückt mir bei TikTok https://www.tiktok.com/@inklusionstv einen Daumen nach oben.

©Goldi

P.S.: Vielen, lieben Dank auch an https://www.youtube.com/@sterntvtalks für das Video.

#inklusions-tv, #integration; #inklusion