Warum ist man eher extravertiert oder introvertiert?

Liebe Inklusoren*Innen,

was bedeutet es eigentlich introvertiert zu sein? Und warum ist man eher extravertiert oder introvertiert? Im heutigen Filmbeispiel hoffentlich ein bisschen Erhellung. Menschen die gefühlt nie stillsitzen können, oft unterwegs sind und gerne in Gesellschaft sind, nimmt man als extravertiert (laut Lexikon heißt es extravertiert, nicht extrovertiert) wahr. Sie zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie abenteuerlustig, fröhlich und herzlich sind. Introvertierte Menschen hingegen verhalten sich eher in sich gekehrt, zurückhaltend und distanziert. Dabei wirken sie reserviert und nachdenklich. Mit dem 5-Faktoren Modell oder Big Five kann man die Neigung einer Persönlichkeit, in die eine oder die andere Richtung messen. In einem Fragebogen werden fünf Dimensionen abgetastet. Jede und Jeder kann so einen Fragebogen im Internet beantworten und auswerten lassen. Der Fragebogen beinhaltet Fragen mit Bezug auf Neurotizismus (Neigung zu Ängstlichkeit, Traurigkeit und emotionaler Labilität), Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit (Neigung zum Altruismus und Kooperation) und Gewissenhaftigkeit. Es gibt alternative Modelle, die in der Anzahl und Benennung der Dimensionen variieren. Insgesamt stellen die Big Five jedoch im Bereich der Persönlichkeitsforschung eine Art Konsens dar. Aber warum sind einige Menschen mehr nach außen gekehrt als andere? Gibt es biologische Faktoren, die das beeinflussen? Es gibt verschiedene Beobachtungen und Theorien, warum Menschen eher für sich sein wollen und andere wiederum den Trubel brauchen. Eine Beobachtung zeigte, dass introvertierte Menschen einen höheren Blutfluss im Gehirn haben als extravertierte. Mehr Blutfluss heißt mehr Stimulation und Sensitivität. Zudem konnten Wissenschaftler zeigen, dass das Blut bei introvertierten Menschen einen komplizierteren Weg für das Blut in das Gehirn nimmt als bei extravertierten Menschen. Der Weg der introvertierten gehe vermehrt in die Gehirnareale die für Erinnerung, Problemlösung und Planung zuständig sind. Die „lange Leitung“ könnte ein Grund dafür sein, dass introvertierte manchmal etwas länger brauchen, ein Wort auszusprechen oder sich auszudrücken. Der Weg der extravertieren Menschen sei weniger kompliziert. Hier seien eher visuelle, auditorische und sensorische Areale schneller durchblutet, also aktiver. Der kürzere Weg sorge dafür, dass extravertierter schneller Antworten können als introvertierte. Nicht allein die Biologie bestimmt, ob jemand eher extra- oder introvertiert ist. Auch wie jemand aufwächst, beeinflusst, ob wir mehr Zeit für uns brauchen oder uns von einem Abenteuer ins nächste stürzen. Wer bei nach außen gekehrten Eltern aufwächst, bei denen oft Besuch von Freunden da ist, oder oft auf Reisen sind, wird extravertiertes Verhalten gefördert. Hinzu kommt, dass extravertierte Personen meist offener auf andere zugehen und mehr lächeln. Andere reagieren dann positiver auf diese Person, was wiederum extravertiertes Verhalten verstärkt. Fast jede und jeder kennt jemanden, die oder der ohne Probleme auf andere zugehen kann, offen und herzlich ist. Andere wiederum tun sich schwer damit und wirken reserviert. Ob wir extravertierter oder introvertierter sind, hängt zum einen an der Biologie. Zum anderen wie wir aufwachsen und was wir dabei lernen. Die meisten Menschen jedoch, sind weder extrem nach außen oder innen gekehrt, sondern Ambivertiert.

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©Goldi

P.S.: Vielen, lieben Dank auch an https://www.youtube.com/@ManaBenya für das Video.

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