Liebe Inklusoren*Innen,
der ColognePride ist eines der größten queeren Events Europas. Doch nun gerät die Demonstration in Schieflage: Wichtige US-Sponsoren ziehen sich zurück – mit gravierenden Folgen für das Event, die Stadt Köln und die Community in NRW. Bei einem der regelmäßigen Gespräche mit Sponsoren erfährt Hugo Winkels es, die Botschaft ist eindeutig: Ein Unternehmen mit US-amerikanischem Mutterkonzern, das den ColognePride über viele Jahre hinweg finanziell unterstützt hat, wird sich vollständig aus dem Sponsoring für 2025 zurückziehen. Den Namen dieser Firma und der anderen Unternehmen, die sich zurückgezogen haben, will der Veranstalter nicht nennen. Winkels, Pressesprecher des ColognePride und wohnhaft im Belgischen Viertel in Köln, macht sich Sorgen. „Ich bin überzeugt davon, dass die Pride-Bewegung ein sehr großes Problem bekommen wird. Das beunruhigt mich schon sehr“. Für Nordrhein-Westfalen ist der Event ein Schaufenster queerer Sichtbarkeit und ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Hotels, Gastronomie und Einzelhandel profitieren enorm. Umso dramatischer wirken sich die Rückzüge großer Sponsoren jetzt aus. „Die Zurückhaltung zeigt sich in verschiedenster Form – teilweise ziehen sich Partner komplett zurück„, sagt Winkels. Besonders bitter: Die Auswirkungen sind nicht nur auf den ColognePride beschränkt. Auch kleinere CSDs in NRW, die ohnehin mit geringen Budgets arbeiten, könnten bald massive Probleme bekommen. Insgesamt beobachten Fachleute wie Dominik Enste, Wirtschaftsethiker am Institut der deutschen Wirtschaft Köln, eine besorgniserregende Entwicklung: In den USA ziehen sich immer mehr Konzerne aus ihren Diversity-Programmen zurück – oft unter politischem Druck. Die Folgen sind nun auch in Deutschland spürbar. „Am schwierigsten ist es für Unternehmen, die einen großen Umsatz in den USA machen, eigentlich Vielfalt weiter fördern möchten, davon auch profitieren können, aber auf der anderen Seite mit dem Gesetzgeber in Konflikt geraten könnten„, erklärt Enste. Eine mögliche Strategie: Weniger öffentliche Werbung für Diversity, dafür aber intern gelebte Vielfalt. „Das sollte ein Gesetzgeber nur schwer nachweisen können.“ Also liebe Unternehmer, Vielfalt die ihr so oft propagiert habt, liebe Telekom, Lufthansa oder Siemens muss bleiben. Oder was denkt ihr?
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©Goldi
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