Was Trump mit der Diskussion um Trans-Sportlerinnen wirklich will?

Liebe Inklusoren*Innen,

die von Donald Trump angestrebten Maßnahmen gegen Trans-Personen (wir schreiben das jetzt mal so) haben nun auch den Sport erreicht. Wir haben hier auf diesem Kanal ja auch schon öfters über das Thema debattiert. Aber worum geht es Trump eigentlich dabei? Und was bedeutet das für Olympia 2028? Antworten auf die wichtigsten Fragen. Mit einer Flut an Erlassen ist US-Präsident Donald Trump in seine zweite Amtszeit gestartet. Nach verschiedenen Maßnahmen in den Bereichen Migration, Wirtschaft und Militär setzte er nun eine weitere zentrale Ankündigung aus seinem Wahlkampf und ein Versprechen an seine Klientel um, bei dem der Sport im Fokus stand. Am Mittwoch unterzeichnete Trump ein Dekret, das zum Ausschluss von Trans-Athletinnen im Frauensport führen soll. „Von nun an wird der Frauensport nur noch für Frauen sein“, sagte Trump. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nannte das Dekret einen „weiteren grausamen Angriff auf trans Personen“. Trans-Mädchen oder -Frauen sollen dem Dekret zufolge im Sport nicht mehr gegen Mädchen oder Frauen antreten dürfen. Nur wem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, ist demnach im Frauensport teilnahmeberechtigt. In der Vergangenheit hatten immer wieder amerikanische Trans-Collegeathletinnen für Aufsehen gesorgt, etwa die Schwimmerin Lia Thomas oder erst vor kurzem eine Volleyballspielerin der San José State University. Aber natürlich gab es auch viele Diskussionen um die angebliche trans-algerische Boxerin Imane Khelif bei der Olympiade in Frankreich oder die Gewichtheberin Laurel Hubbard aus Neuseeland bei der Olympiade in Tokio. Manche Wissenschaftler halten die aktuelle Studienlage aber für zu dünn, um einen pauschalen Ausschluss zu rechtfertigen. Anders als die Ergebnisse von Krafttests waren etwa die Hämoglobinwerte von Trans-Frauen, ein im Ausdauersport relevanter Parameter, bereits nach vier Monaten Hormontherapie mit den Werten von anderen Frauen vergleichbar (https://bjsm.bmj.com/content/58/11/586). Im ‚British Journal of Sports Medicine‘ forderten Forschende im vergangenen Jahr Teilnahmebedingungen für Trans-Personen auf sportartspezifischen Untersuchungen zu basieren. Diese gibt es jedoch aktuell kaum. ‚Protect Women’s Sports‘ ist dabei mittlerweile zum Slogan der Ausschluss-Befürworter geworden. Im vergangenen Jahr sagte Wissenschaftlerin Joanna Harper aber noch: „Trans Frauen stellen keine Bedrohung für den Frauensport dar.“ Obwohl einige Trans-Athletinnen in den vergangenen Jahren sportlichen Erfolg hatten, ist der – häufig von Rechtspopulisten heraufbeschworene – „Untergang des Frauensports“ nicht in Sicht. Dem NCAA-Präsidenten zufolge sind unter den über 500.000 Collegeathletinnen und -athleten weniger als zehn Trans-Personen. Trumps Dekret trifft damit nicht nur eine kleine Gruppe, sondern auch eine, die ohnehin schon unter Diskriminierung und psychischen Problemen leidet. „Trans Jugendliche sind häufiger von Gewalt, Selbstmordgedanken und unsicheren Wohnverhältnissen betroffen als ihre Altersgenossen“, sagte Hudson Taylor, die Direktorin der LGBTQIA+-Organisation Athlete Ally, der NY Times. Der Erlass werde „diese Probleme nur noch verschärfen“. Dabei hat Sport eigentlich das Potenzial, jungen Trans-Menschen das Leben zu erleichtern, weil er die psychische Gesundheit fördert und für Trans-Personen identitätsstiftend sein kann, wie Forschungsergebnisse nahelegen (https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02614367.2015.1128474?journalCode=rlst20). Trans Menschen als Feindbild darzustellen, war aber zentraler Bestandteil von Trumps Wahlkampf. Allein im Oktober soll Trumps Wahlkampfteam dem Sender PBS zufolge rund 95 Millionen US-Dollar für Werbung ausgegeben haben. Mehr als 41 Prozent davon richtete sich gegen Trans-Personen. Als US-Präsident werde er „Männern verbieten, bei Frauensport mitzumachen“, sagte Trump schon, als Trans-Schwimmerin Lia Thomas 2022 in den Schlagzeilen stand. Ob das IOC aber den Phantasien Trump‘s folgt bleibt abzuwarten. Im März wird über die Nachfolge von Thomas Bach entschieden. Einer der aussichtsreichsten Kandidaten scheint dabei allerdings auf Trump-Linie: „Biologie schlägt Geschlecht“, sagte Sebastian Coe, Chef des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics, schon vor Jahren, bevor der Verband seine Regeln für Trans-Athletinnen verschärfte. Aber vielleicht viel wichtiger, was denkt Ihr?

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©Goldi

P.S.: Vielen, lieben Dank auch an https://www.youtube.com/@oe24TV für das Video.

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